Sadist
Rollen & Identitäten auch: Sadistin, Sadismus
Ein Sadist empfindet im BDSM-Kontext Lust oder Befriedigung daran, einer einverstandenen Person Schmerz zuzufügen oder sie in Bedrängnis zu bringen. Das Wort geht auf den französischen Schriftsteller Marquis de Sade zurück. Einvernehmlicher Sadismus unterscheidet sich grundlegend von Gewalt: Er richtet sich nur an Menschen, die genau das wollen, und orientiert sich an deren Grenzen und Rückmeldungen. Gegenstück ist der Masochist.
Verwandt: Masochist, Sadomasochismus, Impact Play, Dom
Sadomasochismus
Praktiken & Techniken Abk. SM, S/M · engl. Sadomasochism · auch: Sadomaso, Sado-Maso, Sadismus und Masochismus
Sadomasochismus (kurz SM oder Sadomaso) bezeichnet die Lust am einvernehmlichen Zufügen (Sadismus) oder Empfangen (Masochismus) von Schmerz, Kontrolle oder Demütigung. Die Begriffe gehen auf den Marquis de Sade und Leopold von Sacher-Masoch zurück und wurden im 19. Jahrhundert von dem Psychiater Richard von Krafft-Ebing geprägt. Heute steht SM für das S und M in BDSM. Einvernehmlicher Sadomasochismus gilt in der WHO-Klassifikation ICD-11 nicht als Störung.
Mehr dazu: Sadomasochismus →
Verwandt: Sadist, Masochist, Impact Play, SSC
Sicherheit & Kommunikation auch: Stoppwort, Codewort, Sicherheitswort
Ein Safeword ist ein vorher vereinbartes Wort, mit dem eine Szene sofort gestoppt wird – unabhängig davon, was im Rollenspiel gesagt wird. Gewählt wird ein Begriff, der im Spiel sonst nicht vorkommt; verbreitet ist das Ampelsystem mit Rot, Gelb und Grün. Ein Safeword ersetzt keine laufende Kommunikation, und es darf nie Nachteile haben, es zu benutzen.
Ausführlich: Was bedeutet Safeword? →
Verwandt: Ampelsystem, Nonverbales Stoppsignal, Consent, Check-in, CNC
Sensory Deprivation
Praktiken & Techniken auch: Reizentzug, Sinnesentzug
Sensory Deprivation (Reizentzug) bedeutet, einzelne Sinne gezielt auszuschalten – meist mit Augenbinde, Gehörschutz oder Kopfhörern. Das kann Spannung und Erwartung steigern, aber auch stark verunsichern. Weil die Person weniger mitbekommt, braucht es ein Stoppsignal, das ohne Sehen und Hören funktioniert, etwa ein vereinbartes Handzeichen. Nase und Mund dürfen dabei nie abgedeckt werden.
Kaufberatung: BDSM-Augenbinden →
Verwandt: Sensory Play, Augenbinde, Nonverbales Stoppsignal, Mumifizierung
Sensory Play
Praktiken & Techniken auch: Sinnesspiele, Reizspiele, Temperaturspiele
Sensory Play (Sinnesspiele) arbeitet mit gezielten Reizen für Haut und Sinne: Federn, Eiswürfel, warme Hände, raue oder weiche Stoffe, ein Wartenberg-Rad. Oft wird der Sehsinn mit einer Augenbinde ausgeschaltet, damit die übrigen Eindrücke intensiver wirken. Sinnesspiele eignen sich gut zum Einstieg, weil sie sich fein dosieren lassen und weder Kraft noch Schmerz voraussetzen.
Verwandt: Sensory Deprivation, Augenbinde, Wartenberg-Rad, Wachsspiele, Kitzelspiele
Service Submission
Dynamiken & Beziehungen engl. Service Submissive, Service Sub · auch: Service-Sub, Dienen, dienende Rolle
Service Submission bedeutet, dass sich eine devote Person vor allem durch Dienste ausdrückt: kochen, putzen, massieren, organisieren, bedienen. Für Service-Subs ist es erfüllend, nützlich zu sein und Wünsche zu erfüllen, oft ohne dass Schmerz oder Sexualität eine Rolle spielen. Die dominante Seite gibt Anleitung und Anerkennung. Damit daraus keine einseitige Ausnutzung wird, braucht es auch hier Grenzen und Erholungszeiten.
Verwandt: Sub, D/s, Protokoll, Fußfetisch
Session
Szene & Community auch: Szene, Spiel, Sitzung
Session nennt man eine abgegrenzte BDSM-Begegnung – vom vereinbarten Beginn bis zum Ende und der anschließenden Aftercare. Gleichbedeutend werden auch „Szene“ oder „Spiel“ verwendet. Eine Session kann wenige Minuten oder mehrere Stunden dauern und privat oder bei einer professionellen Domina stattfinden. Ablauf, Grenzen und Safeword werden vorher abgesprochen; danach lohnt sich eine kurze Nachbesprechung.
Verwandt: Aftercare, Vorgespräch, Nachbesprechung, Play Party
auch: Fesselkunst, japanisches Bondage, japanische Seilkunst
Shibari ist eine aus Japan stammende Form der Seil-Bondage, bei der Seile aus Natur- oder Kunstfaser in kunstvollen Mustern um den Körper gelegt werden. Neben der Fixierung spielen Ästhetik, Rhythmus und die Verbindung zwischen Rigger und Rope Bunny eine große Rolle. Im Westen wird Shibari oft gleichbedeutend mit Kinbaku verwendet. Hängende Fesselungen gelten als besonders anspruchsvoll und gehören nur in ausgebildete Hände.
Sicherheitshinweis: Kein Seil um den Hals, regelmäßig Gefühl und Durchblutung prüfen, Sicherheitsschere bereithalten. Hängebondage nur nach praktischer Ausbildung.
Ausführlich: Was bedeutet Shibari? →
Verwandt: Kinbaku, Rigger, Rope Bunny, Bondage-Seil, Suspension, Bondage
Sicherheitsschere
Zubehör & Materialien engl. Safety Shears, EMT Shears · auch: Rettungsschere, Bondageschere, Verbandschere
Eine Sicherheitsschere (Bondage- oder Rettungsschere) hat eine abgerundete Spitze und eine abgewinkelte Klinge, mit der sich Seile, Tape oder Kleidung schnell aufschneiden lassen, ohne die Haut zu verletzen. Sie gehört bei jeder Fesselung griffbereit in die Nähe – nicht in eine Schublade am anderen Ende des Raums. Im Notfall geht schnelle Befreiung immer vor dem Erhalt teurer Seile.
Verwandt: Bondage, Bondage-Seil, Bondage-Tape, Mumifizierung, Rigger
Silikon
Zubehör & Materialien engl. Silicone · auch: medizinisches Silikon, Silikontoys
Silikon ist ein hautfreundliches, porenarmes Material, aus dem viele Knebel, Paddles, Klemmenspitzen und andere Toys bestehen. Hochwertiges Silikon ist geruchsarm, hitzebeständig und lässt sich gut reinigen – teils sogar abkochen, wenn der Hersteller das erlaubt. Silikon-Toys sollten nicht mit silikonbasiertem Gleitgel kombiniert werden, weil das die Oberfläche angreifen kann.
Verwandt: Latex, Leder, Knebel
Sklave / Sklavin
Rollen & Identitäten engl. Slave · auch: Sklavin, Sklave, Leibeigene
Sklave bzw. Sklavin bezeichnet im BDSM eine Person, die sich in einer Master/slave-Dynamik besonders weitgehend unterordnet – oft mit festen Regeln, Ritualen und Aufgaben, die über einzelne Sessions hinausgehen. Die Bezeichnung ist ein bewusst gewähltes Rollenbild unter Erwachsenen und hat mit realer Unfreiheit nichts zu tun: Auch eine Sklavin kann jederzeit Nein sagen und die Dynamik beenden.
Mehr dazu: Sklavin →
Verwandt: M/s, Master, Sub, TPE, Protokoll
SM-Stammtisch
Szene & Community auch: BDSM-Stammtisch, Stammtisch, SM-Treffen
Ein SM-Stammtisch ist ein regelmäßiges Treffen von Menschen mit Interesse an BDSM, meist monatlich in einer Gaststätte – das deutsche Gegenstück zum englischen Munch. Man kommt in Alltagskleidung, unterhält sich, tauscht Erfahrungen aus und lernt Gleichgesinnte kennen. Viele Stammtische haben eigene Regeln zur Diskretion, etwa dass Namen und Gesichter nicht nach außen getragen werden; einige richten sich gezielt an Einsteiger.
Verwandt: Munch, BDSM-Szene, Play Party
SM-Studio
Szene & Community auch: Dominastudio, Domina-Studio, Bizarrstudio
Ein SM-Studio ist eine Einrichtung, in der professionelle Dominas, Doms oder Bizarrladys BDSM-Sessions gegen Bezahlung anbieten. Studios verfügen meist über mehrere ausgestattete Räume, etwa einen Dungeon, einen Bondageraum oder ein Klinikzimmer. Vor einer Session werden Wünsche, Tabus, Dauer und Honorar besprochen; seriöse Studios nehmen Grenzen und Safewords ebenso ernst wie private Spielpartner.
Verwandt: Domina, Dungeon, Session, Andreaskreuz
Soft Limit
Sicherheit & Kommunikation auch: weiche Grenze, Grauzone
Ein Soft Limit ist eine weiche Grenze: etwas, das jemand nicht grundsätzlich ausschließt, aber nur unter Vorbehalt, langsam oder mit besonderen Absprachen erleben möchte – etwa nur mit einer vertrauten Person oder nur in milder Form. Soft Limits sind keine Einladung, Druck auszuüben. Ob und wann eine weiche Grenze erweitert wird, entscheidet allein die betroffene Person.
Verwandt: Hard Limit, Vorgespräch, Consent
Spanking
Praktiken & Techniken auch: Popoklatschen, Hintern versohlen, Schläge auf den Po
Spanking bezeichnet Schläge auf das Gesäß, mit der flachen Hand oder mit Hilfsmitteln wie Paddle, Gerte oder Rohrstock. Je nach Absprache wird es verspielt, erotisch oder als Teil eines Strafrituals erlebt. Das Gesäß eignet sich, weil es gut gepolstert ist; Nieren, Steißbein und Wirbelsäule sind dagegen tabu. Spanking ist eine der bekanntesten Formen von Impact Play und für viele ein Einstieg in BDSM.
Mehr dazu: Spanking →
Verwandt: Impact Play, OTK, Paddle, Rohrstock, Disziplin
Spreizstange
Zubehör & Materialien engl. Spreader Bar · auch: Spreizer, Spreizstab
Eine Spreizstange ist eine Stange mit Befestigungspunkten an beiden Enden, an denen Hand- oder Fußgelenke über Manschetten fixiert werden. Sie hält Arme oder Beine in festem Abstand und schränkt so die Bewegungsfreiheit ein. Viele Modelle sind in der Länge verstellbar. Wie bei jeder Fixierung sollte die Position auf Dauer erträglich bleiben und sich schnell lösen lassen.
Verwandt: Manschetten, Karabiner, Bondage
Sicherheit & Kommunikation auch: Safe Sane Consensual, sicher, vernünftig, einvernehmlich, Sicher, gesund, einvernehmlich
SSC steht für „Safe, Sane, Consensual“ – sicher, bei klarem Verstand und einvernehmlich. Das Motto entstand in den 1980er-Jahren in der US-amerikanischen Szene und ist bis heute eines der bekanntesten Leitbilder für BDSM. Es fasst zusammen, was einvernehmliches BDSM von Übergriffen unterscheidet. Kritisiert wird vor allem das Wort „safe“, denn keine Praxis ist völlig risikofrei – daraus entstand die Alternative RACK.
Ausführlich: Was bedeutet SSC? →
Verwandt: RACK, PRICK, Consent, Safeword
engl. Submissive · auch: Devoter, Devote
Sub (kurz für englisch „submissive“, unterwürfig) ist die Person, die in einer BDSM-Situation Kontrolle abgibt und sich führen lässt. Das ist eine aktive Entscheidung: Ein Sub legt vorher mit fest, was erlaubt ist, behält das Recht auf ein Stopp und trägt mit ehrlichen Rückmeldungen viel zur Sicherheit bei. „Sub“ beschreibt eine Rolle, keinen Charakterzug – viele Subs sind im Alltag selbstbewusst und entscheidungsfreudig.
Ausführlich: Was bedeutet Sub? →
Verwandt: Dom, Submission, Bottom, Switch, Brat, D/s
Sicherheit & Kommunikation auch: Sub Drop, Drop, Absturz
Subdrop ist ein Stimmungstief, das nach einer intensiven Szene auftreten kann – direkt danach oder erst Stunden bis Tage später. Typisch sind Erschöpfung, Traurigkeit, Gereiztheit, Verunsicherung oder ein Gefühl von Leere. Häufig wird das mit dem Abklingen der körperlichen Anspannung erklärt; wissenschaftlich untersucht ist es kaum. Aftercare, Ruhe und eine Nachfrage am nächsten Tag können helfen. Dominante erleben Ähnliches als Domdrop.
Ausführlich: Was bedeutet Subdrop? →
Verwandt: Domdrop, Aftercare, Subspace, Nachbesprechung
Submission
Dynamiken & Beziehungen auch: Unterwerfung, Hingabe, Unterwürfigkeit
Submission (Unterwerfung, Hingabe) bedeutet, in einem vereinbarten Rahmen Kontrolle abzugeben und sich führen zu lassen. Für viele liegt darin Entspannung, Vertrauen oder ein Gefühl von Freiheit, weil sie Verantwortung zeitweise abgeben können. Submission ist freiwillig und jederzeit widerrufbar; wer sich unterwirft, bestimmt den Rahmen von Anfang an mit. Die Adjektive dazu sind devot und submissiv.
Verwandt: Dominanz, Sub, D/s, Power Exchange, Switch
Sicherheit & Kommunikation auch: Sub Space, Trance, Rausch
Subspace beschreibt einen veränderten Bewusstseinszustand, den manche devote Personen in intensiven Szenen erleben: Sie fühlen sich entrückt, schwebend, wie in Watte oder tief entspannt. Häufig wird das mit körpereigenen Botenstoffen wie Endorphinen und Adrenalin erklärt; gesichert ist das nur in Teilen. Im Subspace können Schmerzempfinden und Urteilsvermögen eingeschränkt sein – die führende Person trägt dann besondere Verantwortung.
Ausführlich: Was bedeutet Subspace? →
Verwandt: Subdrop, Aftercare, Topspace, Impact Play
Suspension
Praktiken & Techniken auch: Hängebondage, Hängefesselung, Aufhängung
Suspension (Hängebondage) bedeutet, dass eine gefesselte Person ganz oder teilweise vom Boden gehoben wird, meist mit Seilen an einem tragfähigen Aufhängepunkt. Sie gilt als eine der anspruchsvollsten Formen von Bondage: Nervenschäden, Kreislaufprobleme und Stürze sind reale Risiken. Suspension gehört nur in die Hände von Menschen mit praktischer Ausbildung, geprüftem Material und einem Plan für schnelles, kontrolliertes Ablassen.
Sicherheitshinweis: Hängebondage nie ohne praktische Ausbildung, tragfähigen Aufhängepunkt und Sicherheitsschere. Nervenschäden können bleibend sein.
Verwandt: Shibari, Rigger, Bondage, Predicament Bondage, Karabiner
auch: Wechsler, dominant und devot
Als Switch bezeichnen sich Menschen, die sowohl die führende als auch die folgende Rolle mögen – je nach Partner, Stimmung oder Situation. Manche wechseln zwischen verschiedenen Begegnungen, andere innerhalb einer Session, wieder andere sind bei einem Menschen eher dominant und bei einem anderen eher devot. Switch ist keine Übergangsphase und kein Zeichen von Unentschlossenheit, sondern eine eigenständige Vorliebe.
Ausführlich: Was bedeutet Switch? →
Verwandt: Dom, Sub, Top, Bottom, D/s