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BDSM-Lexikon A–Z: Alle wichtigen Begriffe erklärt

Was bedeutet Brat? Was ist Aftercare? Und was unterscheidet Dominanz von Submission? In unserem BDSM-Lexikon findest du verständliche Erklärungen wichtiger Begriffe, Abkürzungen und Rollen – von grundlegenden Konzepten bis zu speziellen Szenebegriffen.

114 Begriffe · 26 ausführlich erklärt · Stand 07. November 2026

Guter Einstieg: Grundbegriffe

A

Aftercare

Sicherheit & Kommunikation

auch: Nachsorge, Nachbetreuung, Fürsorge danach

Aftercare (Nachsorge) ist die Zuwendung nach einer Session: körperlich, etwa durch Wärme, Wasser, eine Decke oder das Versorgen kleiner Blessuren, und emotional, durch Nähe, Gespräche oder einfach Ruhe. Intensive Szenen können starke Gefühle und Erschöpfung hinterlassen; Aftercare hilft, wieder anzukommen. Was gebraucht wird, ist sehr individuell – und auch die dominante Person kann Aftercare brauchen.

Ausführlich: Was bedeutet Aftercare?

Verwandt: Subdrop, Domdrop, Nachbesprechung, Subspace, Safeword

Ampelsystem

Sicherheit & Kommunikation

engl. Traffic Light System · auch: Ampel, Rot Gelb Grün, Farbsystem

Das Ampelsystem ist ein verbreitetes Safeword-System mit drei Farben: Rot heißt sofortiger Abbruch, Gelb bedeutet langsamer, weniger intensiv oder kurz innehalten, Grün signalisiert, dass alles in Ordnung ist. Die führende Person kann die Farben auch aktiv abfragen. Der Vorteil: Die Farben sind leicht zu merken, und Gelb erlaubt eine Abstufung, bevor es zu viel wird.

Mehr dazu: Abkürzungen

Verwandt: Safeword, Check-in, Nonverbales Stoppsignal

Andreaskreuz

Zubehör & Materialien

engl. St. Andrew's Cross, Saint Andrew Cross · auch: X-Kreuz, Fesselkreuz, SM-Kreuz

Das Andreaskreuz ist ein X-förmiges Gestell, an dem eine Person stehend mit gespreizten Armen und Beinen fixiert werden kann, meist mit Manschetten. Benannt ist es nach dem Apostel Andreas, der der Überlieferung nach an einem solchen Kreuz starb. In Studios und Dungeons gehört es zur Standardausstattung, für zu Hause gibt es Varianten für Wand oder Tür. Es muss stabil verankert sein und darf nicht kippen.

Verwandt: Bondage, Dungeon, Manschetten, SM-Studio

Atemkontrolle

Praktiken & Techniken

engl. Breath Play, Breathplay · auch: Atemreduktion, Atemspiele, Würgen

Atemkontrolle (Breath Play) bezeichnet Praktiken, bei denen die Atmung oder die Sauerstoffversorgung eingeschränkt wird. Sie gehört zu den gefährlichsten Spielarten überhaupt: Bewusstlosigkeit, Herzrhythmusstörungen, Hirnschäden und Tod können plötzlich und ohne Vorwarnung eintreten – auch bei kurzer Dauer und mit erfahrenen Beteiligten. Eine sichere Technik gibt es nicht. Wir raten davon ab und geben bewusst keine Anleitung.

Sicherheitshinweis: Lebensgefahr: Schon kurze Einschränkungen von Atmung oder Blutfluss am Hals können tödlich enden. Es gibt keine sichere Methode.

Mehr dazu: Sicherheitsratgeber zum Thema BDSM

Verwandt: Edge Play, RACK, Hard Limit

Augenbinde

Zubehör & Materialien

engl. Blindfold · auch: Augenmaske, Schlafmaske, Augenbinden

Eine Augenbinde (Augenmaske, englisch Blindfold) nimmt der tragenden Person die Sicht. Dadurch werden Berührungen, Geräusche und Erwartungen intensiver erlebt, und das Gefühl, sich auszuliefern, wächst. Augenbinden sind einer der einfachsten Einstiege ins Sensory Play. Sie sollten bequem sitzen, nicht auf die Augen drücken und sich leicht abnehmen lassen; Nase und Mund bleiben frei.

Kaufberatung: BDSM-Augenbinden

Verwandt: Sensory Deprivation, Sensory Play, Nonverbales Stoppsignal

B

BDSM

Szene & Community

Abk. BDSM-Abkürzung · auch: SM, Sadomaso, Bondage Discipline Dominance Submission Sadism Masochism

BDSM ist ein Sammelbegriff für einvernehmliche Spielarten rund um Macht, Kontrolle und intensive Reize. Die Buchstaben stehen für drei Begriffspaare: Bondage & Discipline (Fesseln und Disziplin), Dominance & Submission (Dominanz und Unterwerfung) sowie Sadism & Masochism (Sadismus und Masochismus). Allen gemeinsam ist, dass Erwachsene freiwillig und nach Absprache handeln und jederzeit aussteigen können.

Mehr dazu: Was ist BDSM?

Verwandt: Sadomasochismus, D/s, Bondage, Kink, SSC

BDSM-Szene

Szene & Community

engl. Community, Kink Community · auch: Szene, Community, BDSM-Community

Die BDSM-Szene (englisch Community) umfasst Menschen, Gruppen und Orte rund um BDSM: Stammtische, Workshops, Partys, Clubs, Online-Foren und Vereine. Sie bietet Austausch, Wissen und die Möglichkeit, Gleichgesinnte kennenzulernen. Einheitlich ist sie nicht – es gibt queere, heterosexuelle und gemischte Gruppen, Einsteigertreffs und spezialisierte Kreise, jeweils mit eigenen Regeln und Umgangsformen.

Verwandt: Munch, SM-Stammtisch, Play Party, Fetischparty, Kinkster

BDSM-Vertrag

Dynamiken & Beziehungen

engl. Contract, Slave Contract · auch: Sklavenvertrag, Vertrag, Kontrakt

Ein BDSM-Vertrag (auch Sklavenvertrag) ist ein schriftliches Dokument, in dem die Beteiligten Regeln, Rollen, Grenzen und Dauer ihrer Dynamik festhalten. Er kann helfen, Absprachen zu klären und sich an sie zu erinnern. Rechtlich durchsetzbar ist er nicht, und er ersetzt nie die aktuelle Zustimmung: Wer unterschrieben hat, kann trotzdem jederzeit Nein sagen oder die Vereinbarung beenden. Auch eine Checkliste ist keine Einwilligungserklärung.

Verwandt: Consent, Hard Limit, M/s, Vorgespräch

Bondage

Praktiken & Techniken

auch: Fesseln, Fesselspiele, Fesselung

Bondage umfasst alle Spielarten des Fesselns und Fixierens – mit Seilen, Manschetten, Tape oder Möbeln wie einem Andreaskreuz. Der Reiz kann im Gefühl des Ausgeliefertseins, in der Bewegungseinschränkung oder in der Ästhetik der Fesselung liegen. Wichtig sind Wissen über empfindliche Nervenbahnen, regelmäßige Kontrollen von Gefühl und Durchblutung und die Möglichkeit, jemanden sofort zu befreien. Das B in BDSM steht für Bondage.

Sicherheitshinweis: Gefesselte Personen nie allein lassen, eine Sicherheitsschere griffbereit halten und nichts um den Hals legen.

Mehr dazu: Bondage

Kaufberatung: Bondage-Sets für Anfänger

Verwandt: Shibari, Rigger, Rope Bunny, Manschetten, Bondage-Seil, Predicament Bondage

Bondage-Seil

Zubehör & Materialien

engl. Bondage Rope, Rope · auch: Fesselseil, Shibari-Seil, Juteseil

Bondage-Seile sind für Fesselungen am Körper gedachte Seile, meist aus Jute, Hanf, Baumwolle oder Kunstfaser und häufig 6 bis 8 Millimeter stark. Anders als Baumarktseile sind sie hautfreundlich, flexibel und halten Knoten zuverlässig, ohne sich unkontrolliert zuzuziehen. Naturfasern geben guten Halt und sind für Shibari beliebt, Kunstfasern sind pflegeleicht und waschbar. Eine Sicherheitsschere gehört immer dazu.

Ausführlich: Was bedeutet Bondage-Seil?

Verwandt: Shibari, Rigger, Bondage, Sicherheitsschere, Bondage-Tape

Bondage-Tape

Zubehör & Materialien

engl. Bondage Tape · auch: Fesselband, Bondageband, Bondage Tape

Bondage-Tape ist ein elastisches Band, das nur an sich selbst haftet, nicht an Haut oder Haaren. Damit lassen sich Handgelenke fixieren, Körperteile umwickeln oder Augenbinden improvisieren – ohne Knotenkenntnisse und mit wenig Vorbereitung. Wie bei allen Fesselungen gilt: nicht zu straff wickeln, Durchblutung kontrollieren und eine Sicherheitsschere bereithalten. Gewöhnliches Klebeband ist dafür ungeeignet.

Verwandt: Bondage, Mumifizierung, Bondage-Seil, Sicherheitsschere

Bottom

Rollen & Identitäten

auch: passiver Part, empfangende Rolle

Bottom ist die Person, an der in einer Szene gehandelt wird – die gefesselt wird, Schläge empfängt oder Reize erlebt. Bottom sagt nichts darüber aus, ob jemand sich unterordnet: Wer etwa Schmerzreize genießt, aber keine Anweisungen annehmen möchte, ist Bottom, aber nicht unbedingt Sub. Die Unterscheidung hilft im Vorgespräch, Wünsche genauer zu beschreiben.

Verwandt: Top, Sub, Rope Bunny, Masochist

Brat

Rollen & Identitäten

auch: Göre, freche Sub, frecher Sub

Brat (englisch für „Göre“) beschreibt eine Spielart der devoten Rolle: Die Person ist frech, reizt Regeln absichtlich aus und gibt Widerworte – als Teil des Spiels, nicht als echte Verweigerung. Der Reiz liegt im spielerischen Kräftemessen, das die dominante Person auffängt, etwa mit vorher vereinbarten Konsequenzen. Damit das funktioniert, müssen beide wissen, wo das Spiel endet und ein ernst gemeintes Nein beginnt.

Ausführlich: Was bedeutet Brat?

Verwandt: Brat Tamer, Sub, Disziplin, Safeword, D/s

Brat Tamer

Rollen & Identitäten

auch: Bändiger, Bändigerin

Brat Tamer (etwa „Gören-Bändiger“) heißt die dominante Person, die gern mit einem Brat spielt: Sie reagiert auf freches, provozierendes Verhalten mit Humor, Gelassenheit und vorher vereinbarten Konsequenzen und „zähmt“ ihr Gegenüber spielerisch. Wer sich nicht gern herausfordern lässt, passt meist nicht gut zu einem Brat – deshalb lohnt es sich, diese Vorliebe im Vorgespräch offen anzusprechen.

Verwandt: Brat, Dom, Disziplin

C

Check-in

Sicherheit & Kommunikation

auch: Nachfragen, Zwischenfrage, Rückversicherung

Ein Check-in ist eine kurze Nachfrage während einer Szene, wie es dem Gegenüber geht – mit Worten („Alles gut?“, „Welche Farbe?“) oder über vereinbarte Zeichen, etwa einen Händedruck, der erwidert wird. Check-ins ergänzen das Safeword, weil sie nicht darauf warten, dass jemand selbst abbricht. Bei Knebeln, Augenbinden oder intensiven Reizen sind sie besonders wichtig, weil Signale dann schwerer zu erkennen sind.

Verwandt: Safeword, Ampelsystem, Nonverbales Stoppsignal, Topspace

CNC

Dynamiken & Beziehungen

auch: Consensual Non-Consent, einvernehmliche Nicht-Einwilligung, Zwangsrollenspiel

CNC steht für „Consensual Non-Consent“, sinngemäß einvernehmliche Nicht-Einwilligung. Die Beteiligten vereinbaren vorher, in einem Rollenspiel so zu tun, als geschehe etwas gegen den Willen einer Person – Widerstand und „Nein“ sind dann Teil der Fiktion. Gerade deshalb braucht CNC besonders sorgfältige Absprachen, ein eindeutiges Safeword und tiefes Vertrauen. Die Zustimmung zur Fiktion kann jederzeit widerrufen werden.

Sicherheitshinweis: Das Safeword beendet die Szene sofort. Ein ernst gemeintes Stopp hat immer Vorrang vor jeder Absprache.

Mehr dazu: BDSM-Spielarten im Detail: CBT, CNC, TPE und Soft BDSM

Verwandt: Rollenspiel, Safeword, Consent, Edge Play, RACK

Collaring

Dynamiken & Beziehungen

auch: Halsbandzeremonie, Halsband überreichen

Collaring bezeichnet das Überreichen oder Anlegen eines Halsbands als Zeichen einer festen D/s- oder M/s-Bindung. Für manche ist das ein bedeutsames Ritual, vergleichbar mit einer Verlobung, für andere eher ein spielerisches Symbol. Oft gibt es Abstufungen, etwa ein Halsband für eine Kennenlernphase und eines für eine feste Bindung. Im Alltag wird statt eines auffälligen Halsbands manchmal ein unauffälliges Schmuckstück getragen.

Verwandt: Halsband, D/s, M/s, Protokoll

Consent

Sicherheit & Kommunikation

auch: Einvernehmlichkeit, Einverständnis, Zustimmung

Consent (Einvernehmlichkeit, Konsens) bedeutet, dass alle Beteiligten freiwillig, informiert und ausdrücklich zustimmen – zu dem, was passiert, und zu der Art, wie es passiert. Im BDSM ist das die Grundlage, die Spiel von Gewalt unterscheidet. Zustimmung gilt nur für das Vereinbarte und kann jederzeit zurückgenommen werden; wer berauscht, unter Druck gesetzt oder nicht ansprechbar ist, kann nicht wirksam zustimmen.

Ausführlich: Was bedeutet Consent?

Verwandt: Safeword, SSC, RACK, CNC, Vorgespräch, Hard Limit

D

D/s

Dynamiken & Beziehungen

Abk. Ds, DS · auch: Dominanz und Unterwerfung, Dominance and submission, D/s-Beziehung

D/s steht für „Dominance/submission“, also Dominanz und Unterwerfung. Gemeint ist ein vereinbartes Machtgefälle, in dem eine Person führt und die andere folgt – in einer einzelnen Session oder als Teil einer Beziehung. Das kleine s wird oft bewusst gesetzt, um die Rollen auch in der Schreibweise abzubilden. D/s muss nicht mit Schmerz oder Fesseln verbunden sein; im Kern geht es um Führung, Hingabe und Vertrauen.

Ausführlich: Was bedeutet D/s?

Verwandt: Dom, Sub, Power Exchange, M/s, TPE, Dominanz, Submission

Disziplin

Praktiken & Techniken

engl. Discipline, Punishment · auch: Bestrafung, Strafe, Strafen

Disziplin meint im BDSM Regeln, ihre Kontrolle und vereinbarte Konsequenzen bei Regelverstößen – das erste D in BDSM steht unter anderem dafür. Das können Verhaltensregeln im Alltag sein, Haltungs- und Sprechvorschriften in einer Session oder Strafen wie Spanking oder Schreibaufgaben. Disziplin funktioniert nur, wenn beide das Regelwerk wollen; eine Strafe darf nie als echtes Druckmittel für etwas außerhalb der Absprachen dienen.

Verwandt: Training, Protokoll, Brat, Spanking, D/s

Dom

Rollen & Identitäten

engl. Dominant · auch: Dominanter, Herr, dominanter Part

Dom (von englisch „dominant“) bezeichnet die Person, die in einer BDSM-Begegnung oder -Beziehung führt: Sie gibt den Rahmen vor, trifft Entscheidungen und übernimmt Verantwortung für den Ablauf. Diese Kontrolle ist geliehen – sie gilt nur, soweit alle Beteiligten zugestimmt haben, und endet mit einem Stopp. Im Deutschen wird „Dom“ meist für Männer oder geschlechtsneutral verwendet; für dominante Frauen sind Domme, Herrin oder Domina gebräuchlich.

Ausführlich: Was bedeutet Dom?

Verwandt: Sub, Domme, Dominanz, Top, Switch, D/s

Domdrop

Sicherheit & Kommunikation

auch: Topdrop, Dom Drop, Top Drop

Domdrop (auch Topdrop) ist das Gegenstück zum Subdrop: ein Stimmungstief der dominanten Person nach einer Szene. Es kann sich durch Erschöpfung, Selbstzweifel oder Schuldgefühle zeigen, etwa nach intensiven Schlägen oder Erniedrigungsspielen. Weil Dominante oft als die Starken gelten, wird Domdrop leicht übersehen. Auch sie dürfen Aftercare einfordern und darüber sprechen, wie es ihnen geht.

Verwandt: Subdrop, Aftercare, Nachbesprechung, Topspace

Domina

Rollen & Identitäten

engl. Dominatrix, Pro-Domme · auch: Herrin, Lady, Bizarrlady

Domina bezeichnet eine dominante Frau – im deutschen Sprachgebrauch häufig eine professionelle Dienstleisterin, die BDSM-Sessions gegen Bezahlung anbietet, meist in einem eigenen Studio oder als Gast in einem SM-Studio. Umgangssprachlich wird das Wort aber auch für privat dominante Frauen genutzt. Bei professionellen Sessions werden Wünsche, Tabus, Ablauf und Honorar vorab besprochen.

Mehr dazu: Domina

Verwandt: Domme, FemDom, Mistress, SM-Studio

Dominanz

Dynamiken & Beziehungen

engl. Dominance · auch: Führung, Kontrolle, Beherrschung

Dominanz bedeutet im BDSM, in einem vereinbarten Rahmen Führung und Kontrolle zu übernehmen – Entscheidungen zu treffen, Regeln zu setzen, Reize zu dosieren. Gute Dominanz hat wenig mit Lautstärke oder Härte zu tun, aber viel mit Aufmerksamkeit: Die führende Person beobachtet, hört zu und trägt Verantwortung für das Wohl ihres Gegenübers. Dominanz endet dort, wo die Zustimmung endet.

Verwandt: Submission, Dom, Domme, D/s, Power Exchange, Switch

Domme

Rollen & Identitäten

auch: dominante Frau, Herrin, private Domina

Domme ist eine Bezeichnung für eine dominante Frau, abgeleitet von „Dom“ mit französisch wirkender Endung. Anders als „Domina“, das im Deutschen oft mit professionellen, bezahlten Sessions verbunden wird, meint Domme meist eine privat dominante Frau. Die Grenzen sind fließend, manche verwenden beide Wörter gleichbedeutend. Entscheidend ist nicht das Etikett, sondern wie die Beteiligten ihre Rolle selbst beschreiben.

Verwandt: Dom, Domina, Mistress, FemDom

Dungeon

Szene & Community

auch: Kerker, Spielzimmer, SM-Raum

Dungeon (englisch für Kerker) bezeichnet einen Raum, der für BDSM eingerichtet ist – mit Möbeln wie Andreaskreuz, Strafbock, Käfig oder Aufhängepunkten. Dungeons gibt es in professionellen Studios, in Clubs oder privat als Spielzimmer. Neben der Atmosphäre zählen praktische Dinge: Hygiene, gut erreichbare Sicherheitsschere, ausreichende Belüftung und Möbel, die stabil genug für Fesselungen sind.

Verwandt: SM-Studio, Andreaskreuz, Play Party

E

Edge Play

Praktiken & Techniken

auch: Grenzspiele, riskante Praktiken, Grenzbereich

Edge Play bezeichnet Praktiken mit deutlich erhöhtem körperlichem oder psychischem Risiko – Spiel an einer Grenze, an der sich auch erfahrene Menschen bewusst für ein verbleibendes Risiko entscheiden. Was dazu zählt, ist nicht fest definiert; häufig genannt werden Atemkontrolle, Messer- oder Feuerspiele und sehr belastende psychische Szenarien. Edge Play setzt Wissen, Erfahrung, Notfallvorsorge und ausdrückliche, informierte Zustimmung voraus – und manche Risiken lassen sich auch so nicht ausschließen.

Sicherheitshinweis: Edge Play ist nicht für Einsteiger. Es gibt Praktiken, bei denen auch Erfahrung schwere Folgen nicht verhindert.

Ausführlich: Was bedeutet Edge Play?

Verwandt: RACK, Atemkontrolle, CNC, Hard Limit, SSC

Elektrostimulation

Praktiken & Techniken

Abk. E-Stim · engl. Electrostimulation, Electro Play · auch: Reizstrom, Elektrospiele, Strom

Elektrostimulation (E-Stim) nutzt schwache elektrische Impulse aus speziellen Reizstromgeräten, um Kribbeln, Klopfen oder Muskelzucken auszulösen. Infrage kommen nur Geräte, die ausdrücklich für die Anwendung am Körper gedacht sind – niemals Netzstrom oder selbst gebaute Geräte. Elektroden gehören nicht oberhalb der Taille und nie so platziert, dass Strom durch den Brustkorb fließen kann. Für Menschen mit Herzschrittmacher, Herzerkrankungen oder Epilepsie ist E-Stim ungeeignet.

Sicherheitshinweis: Kein Strom durch den Oberkörper; nicht bei Herzschrittmacher, Herzerkrankungen, Epilepsie oder Schwangerschaft.

Verwandt: Sensory Play, Edge Play

Erniedrigung

Praktiken & Techniken

engl. Humiliation, Degradation · auch: Demütigung, Degradierung, Beschämung

Erniedrigung (Humiliation) bezeichnet Spiele, bei denen eine Person gezielt beschämt, verspottet oder herabgesetzt wird – mit Worten, Aufgaben oder Situationen. Weil das tief in Selbstbild und Gefühle eingreift, ist es psychisch anspruchsvoll: Was die eine Person lustvoll findet, kann eine andere ernsthaft verletzen. Vorher sollte genau besprochen werden, welche Worte und Themen erlaubt und welche tabu sind; danach ist Aftercare besonders wichtig.

Verwandt: Aftercare, Hard Limit, Subdrop, D/s

F

FemDom

Dynamiken & Beziehungen

Abk. Femdom, FD · auch: weibliche Dominanz, Female Domination, Frauendominanz

FemDom („Female Domination“) bezeichnet BDSM-Dynamiken, in denen eine Frau die dominante Rolle übernimmt – gegenüber Männern, Frauen oder Menschen anderen Geschlechts. Der Begriff umfasst private Beziehungen ebenso wie professionelle Sessions bei einer Domina. Typische Elemente reichen von Disziplin und Service über Keuschhaltung bis zu Rollenspielen; festgelegt ist davon nichts. FemDom ist eine der bekanntesten Ausprägungen von D/s.

Ausführlich: Was bedeutet FemDom?

Verwandt: Domme, Domina, Mistress, MaleDom, FinDom, D/s

Fetisch

Fetische & Interessen

engl. Fetish · auch: Fetischismus, Vorliebe, Neigung

Fetisch bezeichnet umgangssprachlich eine ausgeprägte sexuelle Vorliebe für bestimmte Materialien, Kleidungsstücke, Körperteile oder Situationen – etwa Leder, Latex, Uniformen oder Füße. In der aktuellen WHO-Klassifikation ICD-11 gilt ein Fetisch für sich genommen nicht mehr als Störung. Fetische und BDSM überschneiden sich oft, sind aber nicht dasselbe: Nicht jeder Fetisch hat mit Macht, Kontrolle oder Schmerz zu tun.

Verwandt: Kink, Lederfetisch, Latexfetisch, Uniformfetisch, Fußfetisch

Fetischparty

Szene & Community

engl. Fetish Party, Fetish Event · auch: Fetisch-Party, Fetischclub, Fetisch-Event

Eine Fetischparty ist eine Clubveranstaltung mit Fetisch-Dresscode – etwa Lack, Leder, Latex, Uniform oder schwarze Abendgarderobe. Im Vordergrund stehen Musik, Shows sowie Sehen und Gesehenwerden; je nach Veranstaltung gibt es zusätzlich Spielbereiche. Der Dresscode wird an der Tür meist streng kontrolliert, Alltagskleidung reicht nicht. Auch hier gilt: Zuschauen ist erlaubt, Anfassen nur mit Einverständnis.

Verwandt: Play Party, Lack, Latex, Leder, BDSM-Szene

FinDom

Dynamiken & Beziehungen

Abk. Findom · auch: Financial Domination, Geldherrin, Geldsklave

FinDom („Financial Domination“) ist eine Spielart, bei der die devote Person der dominanten Geld oder Geschenke gibt oder ihr Kontrolle über Ausgaben einräumt – als Ausdruck von Unterwerfung. Die dominante Seite wird oft Geldherrin oder Findomme genannt, die devote Geldsklave oder umgangssprachlich Paypig. FinDom findet häufig online statt. Weil echtes Geld fließt, sind feste Obergrenzen wichtig – und bei FinDom-Angeboten kommt Betrug vor.

Sicherheitshinweis: Nie mehr geben, als du dir leisten kannst, keine Zugangsdaten zu Konten herausgeben und bei Druck oder Drohungen abbrechen.

Ausführlich: Was bedeutet FinDom?

Verwandt: FemDom, D/s, Erniedrigung, Hard Limit

Flogger

Zubehör & Materialien

auch: Riemenpeitsche, Peitsche mit Riemen, Mehrriemenpeitsche

Ein Flogger ist ein Schlaginstrument mit Griff und vielen Riemen aus Leder, Wildleder, Gummi oder Kunstfaser. Je nach Material, Breite und Gewicht der Riemen reicht die Wirkung von streichelnd-dumpf bis brennend. Flogger werden meist auf großen, gut gepolsterten Flächen wie den oberen Rückenpartien oder dem Gesäß eingesetzt. Weil sie sich gut dosieren lassen, gelten sie als guter Einstieg ins Impact Play.

Ausführlich: Was bedeutet Flogger?

Verwandt: Impact Play, Paddle, Peitsche, Spanking, Leder

Fußfetisch

Fetische & Interessen

engl. Foot Fetish, Foot Worship · auch: Fußerotik, Füße, Fußverehrung

Ein Fußfetisch (Fußerotik) ist eine besondere Anziehung durch Füße, Zehen, Schuhe oder Strümpfe. Im BDSM taucht er oft in Verbindung mit Dominanz und Hingabe auf, etwa wenn Füße massiert, verehrt oder geküsst werden. Fußfetische gehören zu den häufiger genannten Fetischen, sind aber nicht automatisch mit Unterwerfung verbunden – für viele geht es schlicht um Ästhetik und Sinnlichkeit.

Verwandt: Fetisch, Service Submission, D/s

G

Gerte

Zubehör & Materialien

engl. Crop, Riding Crop · auch: Reitgerte, Klatsche

Eine Gerte (Reitgerte, englisch Crop) ist ein schlanker, biegsamer Stab mit einer kleinen Lederklappe an der Spitze. Mit der Klappe lassen sich punktgenaue, eher brennende Akzente setzen; der Schaft trifft deutlich härter. Gerten sind leicht zu kontrollieren und werden auch zum Streicheln, Antippen oder für Haltungskorrekturen genutzt. Für BDSM gedachte Gerten haben oft eine breitere, weichere Klappe als Modelle aus dem Reitsport.

Verwandt: Impact Play, Paddle, Rohrstock, Flogger

H

Halsband

Zubehör & Materialien

engl. Collar · auch: Halsreif, Leine, Halsband mit Leine

Ein Halsband ist im BDSM Symbol und Spielzeug zugleich: Es kann Zugehörigkeit in einer D/s-Beziehung ausdrücken, Teil eines Rituals sein oder in einer Szene mit einer Leine verbunden werden. Es gibt schlichte Lederhalsbänder, Modelle mit Ring und abschließbare Varianten. Ein Halsband darf nie Atmung oder Durchblutung behindern – zwei Finger sollten darunter Platz haben –, und an ihm wird nie ruckartig gezogen.

Verwandt: Collaring, Petplay, D/s

Handschellen

Zubehör & Materialien

engl. Handcuffs · auch: Handschelle, Plüschhandschellen

Handschellen sind starre Fesseln aus Metall oder Kunststoff, die mit Schlüssel oder Schnellverschluss geöffnet werden; im Erotikbereich gibt es Modelle mit Plüschbezug oder Notentriegelung. Weil die schmalen Bügel auf Nerven an der Handgelenkinnenseite drücken können, eignen sie sich für längere Fesselungen oder unter Zug schlechter als gepolsterte Manschetten. Ein Ersatzschlüssel gehört griffbereit in die Nähe.

Kaufberatung: BDSM-Handfesseln

Verwandt: Manschetten, Bondage

Hard Limit

Sicherheit & Kommunikation

auch: harte Grenze, Tabu, Tabus

Ein Hard Limit ist eine absolute Grenze: etwas, das unter keinen Umständen passieren soll – auch nicht in der Hitze des Moments oder im Rollenspiel. Hard Limits werden vor einer Szene genannt und müssen nicht begründet werden. Davon unterscheiden sich Soft Limits, also Bereiche, die jemand nur unter bestimmten Bedingungen oder vorsichtig ausprobieren möchte. Grenzen dürfen sich im Lauf der Zeit verändern.

Ausführlich: Was bedeutet Hard Limit?

Verwandt: Soft Limit, Vorgespräch, Consent, Safeword, BDSM-Vertrag

I

Impact Play

Praktiken & Techniken

auch: Schlagspiele, Schläge, Züchtigung

Impact Play ist der Oberbegriff für alle Spielarten, bei denen mit der Hand oder einem Schlaginstrument auf den Körper getroffen wird – von sanftem Klopfen bis zu intensiven Schlägen. Dazu gehören Spanking, Flogger, Paddle, Gerte und Rohrstock. Unterschieden wird oft zwischen dumpfen („thuddy“) und brennend-stechenden („stingy“) Empfindungen. Geeignet sind gut gepolsterte Körperstellen; Nieren, Wirbelsäule, Gelenke, Kopf und Hals sind tabu.

Sicherheitshinweis: Nie auf Nieren, Wirbelsäule, Gelenke, Kopf oder Hals schlagen. Langsam steigern und regelmäßig nachfragen.

Ausführlich: Was bedeutet Impact Play?

Verwandt: Spanking, Flogger, Paddle, Gerte, Rohrstock, Peitsche

K

Karabiner

Zubehör & Materialien

engl. Carabiner, Panic Snap · auch: Panikhaken, Schnellverschluss, Karabinerhaken

Karabiner und Panikhaken verbinden Manschetten, Ketten oder Seile miteinander. Panikhaken lassen sich auch unter Zug mit einer Hand öffnen und sind deshalb beliebt, wenn jemand schnell befreit werden muss. Für Aufhängungen und tragende Verbindungen eignen sich nur ausdrücklich dafür zugelassene Karabiner; Deko- oder Schlüsselkarabiner können unter Last brechen.

Verwandt: Manschetten, Spreizstange, Suspension, Bondage

Keuschhaltung

Praktiken & Techniken

engl. Chastity, Chastity Play · auch: Keuschheit, Keuschheitsgürtel, Keuschheitskäfig

Keuschhaltung bedeutet, dass eine Person für eine vereinbarte Zeit auf sexuelle Befriedigung verzichtet – oft kontrolliert durch einen Keuschheitsgürtel oder -käfig, dessen Schlüssel ein Keyholder verwahrt. Im Vordergrund stehen Kontrolle, Hingabe und Vorfreude. Bei längerem Tragen sind Hygiene, Passform und regelmäßige Hautkontrollen wichtig; Schmerzen, Taubheit oder Hautreizungen sind ein Grund, sofort zu öffnen.

Verwandt: Keyholder, Tease and Denial, D/s

Keyholder

Rollen & Identitäten

auch: Schlüsselhalter, Schlüsselhalterin, Keyholderin

Keyholder (Schlüsselhalter) heißt bei der Keuschhaltung die Person, die den Schlüssel zu einem Keuschheitsgürtel oder -käfig verwahrt und damit entscheidet, wann er geöffnet wird. Das Spiel lebt von Vertrauen und klaren Absprachen: wie lange getragen wird und was bei Schmerzen, Hautproblemen oder im Notfall passiert. Ein erreichbarer Ersatzschlüssel gehört zu den üblichen Sicherheitsvorkehrungen.

Verwandt: Keuschhaltung, Tease and Denial, D/s

Kinbaku

Praktiken & Techniken

auch: japanische Fesselung, Seilfesselung

Kinbaku (japanisch, sinngemäß „festes Binden“) ist der japanische Begriff für erotische Seilfesselung. Manche verwenden ihn gleichbedeutend mit Shibari, andere betonen damit die emotionale und erotische Spannung zwischen den Beteiligten, während Shibari stärker Technik und Ästhetik bezeichne. Eine verbindliche Abgrenzung gibt es nicht; in Workshops und Communities wird die Unterscheidung unterschiedlich gehandhabt.

Verwandt: Shibari, Rigger, Bondage

Kink

Fetische & Interessen

auch: Vorliebe, Neigung, Spielart

Kink ist ein Sammelbegriff für sexuelle Vorlieben und Praktiken jenseits dessen, was als „üblich“ gilt – von BDSM über Fetische bis zu Rollenspielen. Das englische Wort bedeutet ursprünglich Knick oder Schrulle und wird heute meist wertschätzend verwendet. Wer kinky ist, hat solche Vorlieben; wer sich der Szene zugehörig fühlt, nennt sich manchmal Kinkster. Das Gegenwort ist Vanilla.

Ausführlich: Was bedeutet Kink?

Verwandt: Fetisch, Vanilla, Kinkster, YKINMK, BDSM

Kinkster

Szene & Community

auch: Kinky, Szenegänger, Szenemitglied

Kinkster ist eine Selbstbezeichnung für Menschen mit kinky Vorlieben, insbesondere für jene, die sich einer Szene oder Community zugehörig fühlen. Das Wort ist geschlechtsneutral und sagt nichts darüber aus, welche Rolle jemand bevorzugt. Es wird vor allem online verwendet, etwa in Profilen, Foren und Veranstaltungshinweisen.

Verwandt: Kink, BDSM-Szene, Vanilla, Munch

Kitzelspiele

Praktiken & Techniken

engl. Tickling · auch: Kitzeln, Kitzelfolter

Kitzelspiele (Tickling) nutzen Kitzeln als Mittel der Kontrolle: Die gefesselte oder festgehaltene Person kann sich dem Reiz nicht entziehen, lacht und windet sich. Was verspielt klingt, wird schnell anstrengend, weil Lachen die Atmung beeinträchtigt und das Sprechen erschwert. Deshalb brauchen Kitzelspiele ein Stoppsignal, das auch unter Lachen eindeutig ist, und regelmäßige Pausen.

Verwandt: Sensory Play, Bondage, Nonverbales Stoppsignal

Knebel

Zubehör & Materialien

engl. Gag, Ball Gag · auch: Ballknebel, Mundknebel, Ringknebel

Ein Knebel (englisch Gag) schränkt das Sprechen ein – etwa als Ball-, Ring- oder Stangenknebel aus Silikon, Gummi oder Leder. Er verstärkt das Gefühl von Kontrollverlust, nimmt aber auch das gesprochene Safeword. Deshalb braucht es ein nonverbales Stoppsignal, die Nase muss frei sein, und eine geknebelte Person wird nie allein gelassen. Bei Übelkeit, Erkältung oder Atemproblemen ist ein Knebel tabu.

Sicherheitshinweis: Nase muss frei sein, nonverbales Stoppsignal vereinbaren und eine geknebelte Person nie allein lassen.

Verwandt: Nonverbales Stoppsignal, Check-in, Safeword

L

Lack

Zubehör & Materialien

engl. PVC, Vinyl · auch: Lack und Leder, Lackkleidung, PVC

Lack (PVC oder Vinyl) ist ein glänzendes Kunststoffmaterial für Fetischkleidung – Kleider, Röcke, Stiefel, Korsetts. Es wirkt ähnlich wie Latex, ist aber einfacher anzuziehen und zu pflegen. „Lack und Leder“ ist eine feste Wendung für die Fetischmode der Szene und auf vielen Fetischpartys Teil des Dresscodes. Lack ist kaum atmungsaktiv; bei langem Tragen staut sich Wärme.

Verwandt: Latex, Leder, Fetischparty, Latexfetisch

Latex

Zubehör & Materialien

auch: Gummi, Naturkautschuk, Latexkleidung

Latex (Naturkautschuk) wird im BDSM- und Fetischbereich für eng anliegende Kleidung, Handschuhe, Masken und Laken genutzt. Es glänzt nach der Pflege, liegt wie eine zweite Haut an und speichert Wärme. Latexallergien kommen vor und können heftig verlaufen – im Zweifel vorher testen. Öle und ölhaltige Gleitmittel greifen Latex an; zum Anziehen werden meist Anziehhilfen auf Silikonbasis verwendet.

Verwandt: Latexfetisch, Leder, Lack, Silikon

Latexfetisch

Fetische & Interessen

engl. Rubber Fetish, Latex Fetish · auch: Gummifetisch, Rubberfetisch, Latexliebhaber

Ein Latexfetisch (auch Rubberfetisch) ist die Faszination für Latex: das enge Anliegen, der Glanz, der Geruch und das Gefühl, wie in eine zweite Haut gehüllt zu sein. Manche tragen Latex vor allem wegen der Optik, andere genießen das körperliche Erleben bis hin zu Ganzkörperanzügen. Latex speichert Wärme stark; bei langem Tragen sind Pausen, ausreichend Flüssigkeit und Achtsamkeit für Überhitzung wichtig.

Verwandt: Latex, Fetisch, Lederfetisch, Lack

Leder

Zubehör & Materialien

engl. Leather · auch: Lederkleidung, Echtleder, Kunstleder

Leder ist das klassische Material der BDSM-Szene – für Manschetten, Halsbänder, Flogger, Paddles und Kleidung. Es ist robust, angenehm auf der Haut und bekommt mit der Zeit Patina. Weil Leder Schweiß und Feuchtigkeit aufnimmt und sich schlecht desinfizieren lässt, braucht es regelmäßige Pflege, und Lederspielzeug wird am besten nicht zwischen verschiedenen Personen geteilt. Für viele ist Leder zugleich ein Fetisch.

Verwandt: Lederfetisch, Latex, Lack, Flogger, Manschetten

Lederfetisch

Fetische & Interessen

engl. Leather Fetish · auch: Leder, Lederszene, Lederkerle

Ein Lederfetisch ist die besondere Anziehung durch Leder – durch seinen Geruch, das Knarzen beim Bewegen, das Gefühl auf der Haut oder die Ausstrahlung von Lederkleidung. In der Geschichte der BDSM-Szene spielt Leder eine große Rolle, insbesondere in der schwulen Lederszene, die Clubs, Codes und Treffen geprägt hat. Ein Lederfetisch kann mit BDSM verbunden sein, muss es aber nicht.

Verwandt: Leder, Fetisch, Latexfetisch, Uniformfetisch

M

M/s

Dynamiken & Beziehungen

Abk. Ms · auch: Master/slave, Mistress/slave, Herr und Sklavin

M/s steht für „Master/slave“ bzw. „Mistress/slave“ und bezeichnet eine besonders weitreichende Form der Machtübergabe, die häufig den Alltag umfasst: feste Regeln, Rituale, Aufgaben und Protokoll. M/s gilt oft als intensivere Ausprägung von D/s, wobei die Übergänge fließend sind. Auch hier beruht alles auf freiwilliger, widerrufbarer Zustimmung – eine M/s-Vereinbarung ist kein rechtlich durchsetzbarer Vertrag.

Verwandt: Master, Mistress, Sklave / Sklavin, TPE, D/s, BDSM-Vertrag

MaleDom

Dynamiken & Beziehungen

Abk. Maledom, MD · auch: männliche Dominanz, Male Domination

MaleDom („Male Domination“) bezeichnet BDSM-Dynamiken mit einem dominanten Mann. Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff seltener als FemDom, weil männliche Dominanz oft einfach unter „Dom“ läuft. Er wird vor allem dann benutzt, wenn die Rollenverteilung ausdrücklich beschrieben werden soll, etwa in Profilen, Community-Gruppen oder Veranstaltungshinweisen.

Verwandt: FemDom, Dom, D/s

Manschetten

Zubehör & Materialien

engl. Cuffs · auch: Fesseln, Handfesseln, Fußfesseln

Manschetten (Cuffs) sind breite Fesseln für Handgelenke, Fußgelenke oder Oberschenkel, meist aus Leder, Kunstleder oder Neopren und oft gepolstert. Über Ringe lassen sie sich mit Karabinern, Ketten oder einer Spreizstange verbinden. Breite, gepolsterte Manschetten verteilen den Druck deutlich besser als Seile oder Handschellen und gelten deshalb als einsteigerfreundlich. Schnell lösbare Verschlüsse erleichtern die Befreiung im Notfall.

Kaufberatung: BDSM-Handfesseln

Verwandt: Bondage, Karabiner, Spreizstange, Handschellen

Masochist

Rollen & Identitäten

auch: Masochistin, Masochismus, Maso

Masochisten erleben Schmerz, Unterwerfung oder Kontrollverlust in einem einvernehmlichen Rahmen als lustvoll oder befreiend. Der Begriff geht auf den österreichischen Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch zurück, dessen Novelle „Venus im Pelz“ (1870) davon erzählt. Masochismus ist nicht mit Selbstverletzung gleichzusetzen: Es geht um vereinbarte Reize, deren Art und Intensität die masochistische Person selbst mitbestimmt.

Mehr dazu: Masochist

Verwandt: Sadist, Sadomasochismus, Bottom, Subspace

Master

Rollen & Identitäten

auch: Herr, Meister, Gebieter

Master ist die männliche Bezeichnung für die führende Person in einer Master/slave-Dynamik (M/s). Der Begriff steht für eine besonders weitreichende Form der Machtübergabe, die oft über einzelne Sessions hinaus in den Alltag reicht und von Regeln, Ritualen und Protokoll geprägt ist. Wie viel davon tatsächlich gelebt wird, handeln die Beteiligten selbst aus. Weibliche Entsprechungen sind Mistress oder Herrin.

Verwandt: M/s, Mistress, Sklave / Sklavin, Protokoll, TPE

Mistress

Rollen & Identitäten

auch: Herrin, Lady, Gebieterin

Mistress (englisch für „Herrin“) bezeichnet eine dominante Frau, häufig in einer länger angelegten D/s- oder M/s-Beziehung. Im deutschsprachigen Raum ist statt Mistress oft „Herrin“ üblich, in der professionellen Szene auch „Lady“. Welche Anrede gewünscht ist, gehört zu den Dingen, die man vorher bespricht – manche legen großen Wert darauf, andere verzichten ganz auf eine besondere Anrede.

Verwandt: Domme, Domina, Master, FemDom

Mumifizierung

Praktiken & Techniken

engl. Mummification · auch: Einwickeln, Folienbondage, Mumie

Mumifizierung ist eine Form von Bondage, bei der der Körper ganz oder teilweise eingewickelt wird – etwa mit Frischhaltefolie, Bandagen, Bondage-Tape oder einem Bondage-Sack. Das Gefühl des Eingeschlossenseins kann beruhigend oder sehr intensiv wirken. Weil kaum Bewegung möglich ist und der Körper schnell überhitzt, müssen Nase und Mund frei bleiben, eine Sicherheitsschere griffbereit liegen und die Person durchgehend betreut werden.

Verwandt: Bondage, Sensory Deprivation, Bondage-Tape, Sicherheitsschere

Munch

Szene & Community

auch: Stammtisch, BDSM-Treffen, Kink-Treffen

Ein Munch ist ein zwangloses Treffen von BDSM-Interessierten in einem öffentlichen Lokal, meist einem Restaurant oder Café – in Alltagskleidung und ohne sexuelle Handlungen. Es geht ums Kennenlernen, um Gespräche und Erfahrungsaustausch. Im deutschsprachigen Raum ist dafür oft der Begriff SM-Stammtisch üblich. Munches gelten als niedrigschwelliger Einstieg in die Szene, weil man unverbindlich vorbeischauen und erst einmal zuhören kann.

Ausführlich: Was bedeutet Munch?

Verwandt: SM-Stammtisch, BDSM-Szene, Play Party, Kinkster, Vanilla

N

Nachbesprechung

Sicherheit & Kommunikation

engl. Debriefing, Debrief · auch: Reflexion, Feedback, Gespräch danach

Die Nachbesprechung ist das Gespräch nach einer Session, oft mit etwas Abstand: Was hat gefallen, was war zu viel, was soll beim nächsten Mal anders sein? Sie hilft, Missverständnisse zu klären, Grenzen nachzuschärfen und Vertrauen aufzubauen. Anders als die Aftercare, die unmittelbar danach für Wohlbefinden sorgt, geht es hier um Reflexion – manchmal reicht eine kurze Nachricht am nächsten Tag.

Verwandt: Aftercare, Vorgespräch, Subdrop, Domdrop

Nippelklemmen

Zubehör & Materialien

engl. Nipple Clamps · auch: Klemmen, Brustklemmen, Brustwarzenklemmen

Nippelklemmen sind kleine Klemmen, die Druck auf die Brustwarzen ausüben – mit Schraube, Feder oder Gummispitzen, oft verbunden durch eine Kette. Der Reiz entsteht beim Tragen und besonders beim Abnehmen, wenn das Blut zurückfließt. Für den Anfang eignen sich Modelle mit einstellbarem Druck. Klemmen sollten nur kurz getragen und langsam gelöst werden.

Verwandt: Sensory Play, Masochist

Nonverbales Stoppsignal

Sicherheit & Kommunikation

engl. Non-verbal Safeword, Safe Signal · auch: Stoppsignal, Handzeichen, Notsignal

Ein nonverbales Stoppsignal ersetzt das Safeword, wenn Sprechen nicht möglich oder unzuverlässig ist – etwa mit Knebel, bei Reizentzug oder in sehr intensiven Momenten. Üblich sind ein Gegenstand, der fallengelassen wird (zum Beispiel ein Schlüsselbund), ein vereinbartes Handzeichen oder mehrfaches Klopfen. Ein solches Signal sollte vor der Szene ausprobiert werden, damit beide es sicher erkennen.

Verwandt: Safeword, Knebel, Check-in, Sensory Deprivation

O

OTK

Praktiken & Techniken

auch: übers Knie legen, Over the Knee

OTK steht für „over the knee“, also übers Knie gelegt. Die empfangende Person liegt dabei bäuchlings über den Oberschenkeln der gebenden Person und wird meist mit der flachen Hand auf das Gesäß geschlagen. Die Position ist eng und körpernah, was viele als besonders intim empfinden. OTK ist eine klassische Spanking-Position und taucht häufig in Rollenspielen mit Disziplin- oder Erziehungsthemen auf.

Verwandt: Spanking, Disziplin, Rollenspiel

P

Paddle

Zubehör & Materialien

auch: Klatsche, Spanking-Paddel, Schlagbrett

Ein Paddle ist ein flaches Schlaggerät mit Griff, meist aus Leder, Holz, Silikon oder Kunststoff. Es verteilt die Wirkung auf eine größere Fläche als eine Gerte und erzeugt je nach Material eher dumpfe oder klatschende Empfindungen. Paddles werden vor allem beim Spanking auf dem Gesäß eingesetzt. Harte Holz- oder Acrylpaddles wirken deutlich intensiver als gepolsterte Lederpaddles und verlangen behutsame Dosierung.

Ausführlich: Was bedeutet Paddle?

Verwandt: Spanking, Impact Play, Flogger, Gerte, Rohrstock

Peitsche

Zubehör & Materialien

engl. Whip, Single Tail · auch: Peitschen, Langpeitsche, Bullenpeitsche

Peitsche ist der Sammelbegriff für Schlaginstrumente mit einem langen, biegsamen Teil – von der einriemigen Bullwhip oder Single Tail bis zu Varianten mit mehreren Riemen. Echte Langpeitschen erreichen an der Spitze hohe Geschwindigkeiten und können die Haut aufreißen; ihr Einsatz erfordert viel Übung und Abstandskontrolle. Für den Einstieg werden meist Flogger empfohlen, die umgangssprachlich ebenfalls Peitsche heißen.

Verwandt: Flogger, Impact Play, Gerte, Edge Play

Petplay

Praktiken & Techniken

auch: Tierrollenspiel, Puppy Play, Kitten Play

Petplay ist ein Rollenspiel, in dem eine Person die Rolle eines Tieres übernimmt – häufig Hund (Puppy Play), Katze (Kitten Play) oder Pferd (Pony Play) – und eine andere die Rolle von Besitzer, Trainerin oder Handler. Im Mittelpunkt stehen Verhalten, Körpersprache und Fürsorge. Manche nutzen Masken, Halsbänder oder Leinen, andere spielen ganz ohne Ausrüstung. Für viele ist Petplay vor allem verspielt und entspannend.

Ausführlich: Was bedeutet Petplay?

Verwandt: Rollenspiel, Halsband, Primal, Training

Play Party

Szene & Community

auch: Spielparty, BDSM-Party, SM-Party

Eine Play Party ist eine private oder halböffentliche Feier, bei der BDSM nicht nur Gesprächsthema ist, sondern vor Ort gespielt werden darf – meist in eigens ausgestatteten Räumen mit Andreaskreuz oder Strafbock. Üblich sind klare Hausregeln: Zuschauen ja, Einmischen und Fotografieren nein, und niemand wird ohne Zustimmung berührt. Oft gibt es einen Dresscode und Ansprechpersonen für Fragen oder Probleme.

Verwandt: Fetischparty, Dungeon, Session, Munch

Power Exchange

Dynamiken & Beziehungen

Abk. PE · auch: Machtaustausch, Machtübergabe, Machtgefälle

Power Exchange (Machtaustausch) ist das Grundprinzip vieler BDSM-Dynamiken: Eine Person überträgt der anderen freiwillig einen Teil ihrer Entscheidungsmacht, für eine Szene oder dauerhaft. Von Austausch spricht man, weil beide etwas geben – die eine Seite Kontrolle, die andere Verantwortung und Aufmerksamkeit. Wie viel Macht übertragen wird, reicht vom kurzen Spiel bis zum Total Power Exchange.

Verwandt: D/s, TPE, M/s, Dominanz, Submission

Predicament Bondage

Praktiken & Techniken

auch: Zwickmühle, Zwangslage

Predicament Bondage ist eine Fesselung, die die gefesselte Person in eine Zwickmühle bringt: Jede Möglichkeit, eine unbequeme Lage zu verbessern, verschlechtert eine andere – etwa wenn das Entlasten der Beine die Arme stärker beansprucht. Der Reiz liegt im inneren Konflikt und in der Anstrengung. Weil Muskeln schnell ermüden, muss die Fesselung jederzeit sofort lösbar sein und darf nie länger dauern als vereinbart.

Verwandt: Bondage, Shibari, Suspension

PRICK

Sicherheit & Kommunikation

auch: Personal Responsibility Informed Consensual Kink, Eigenverantwortung

PRICK steht für „Personal Responsibility, Informed Consensual Kink“ – persönliche Verantwortung und informierter, einvernehmlicher Kink. Das Kürzel ist seltener als SSC oder RACK und betont noch stärker, dass jede beteiligte Person selbst Verantwortung für ihre Entscheidungen trägt und sich vorher informiert. Kritisch angemerkt wird, dass Eigenverantwortung die aktive Person nicht davon entbindet, achtsam zu sein.

Verwandt: SSC, RACK, Consent

Primal

Rollen & Identitäten

auch: Primal Play, Predator, Prey

Primal beschreibt eine Spielart, bei der Instinkt statt Regeln im Vordergrund steht: Jagen und Gejagtwerden, Rangeln, Knurren oder Beißen in vereinbarten Grenzen. Die führende Seite wird oft Predator, die folgende Prey genannt. Anders als bei klassischem D/s geht es weniger um Protokoll und Gehorsam als um körperliche, ungezähmte Energie. Weil es schnell wild wird, sind klare Stoppsignale besonders wichtig.

Verwandt: Petplay, Rollenspiel, Nonverbales Stoppsignal, D/s

Protokoll

Dynamiken & Beziehungen

engl. Protocol, High Protocol · auch: Regeln, Rituale, Etikette

Protokoll bezeichnet feste Regeln für Verhalten, Sprache und Abläufe innerhalb einer D/s- oder M/s-Dynamik: wie die dominante Person angesprochen wird, welche Haltung eingenommen wird oder wie bestimmte Rituale ablaufen. Oft wird zwischen hohem Protokoll (sehr formell, etwa bei besonderen Anlässen) und niedrigem Protokoll (lockere Alltagsregeln) unterschieden. Protokoll gibt Struktur und macht das Machtgefälle spürbar.

Verwandt: D/s, M/s, Training, 24/7, Disziplin

R

RACK

Sicherheit & Kommunikation

engl. Risk Awareness · auch: Risk Aware Consensual Kink, risikobewusster einvernehmlicher Kink, Risikobewusstsein

RACK steht für „Risk-Aware Consensual Kink“, also risikobewusster, einvernehmlicher Kink. Das Prinzip entstand als Weiterentwicklung von SSC: Statt zu behaupten, eine Praxis sei sicher, verlangt RACK, dass alle Beteiligten die Risiken kennen, verstehen und bewusst in Kauf nehmen. RACK ist kein Freibrief für gefährliche Praktiken, sondern betont Information, Eigenverantwortung und Zustimmung auf Augenhöhe.

Ausführlich: Was bedeutet RACK?

Verwandt: SSC, PRICK, Consent, Edge Play

Rigger

Rollen & Identitäten

auch: Fesselnder, Fesselnde, Rope Top

Rigger nennt man die Person, die bei Seil-Bondage fesselt. Der Begriff stammt aus der Seilszene und wird vor allem im Zusammenhang mit Shibari verwendet. Ein Rigger trägt die Verantwortung für sichere Knoten, die Kontrolle von Durchblutung und Nerven und für eine schnelle Befreiung im Notfall – eine Sicherheitsschere gehört deshalb immer griffbereit dazu. Das Gegenüber heißt Rope Bunny oder Rope Bottom.

Verwandt: Rope Bunny, Shibari, Bondage-Seil, Sicherheitsschere, Top

Rohrstock

Zubehör & Materialien

engl. Cane, Caning · auch: Stock, Rattanstock

Ein Rohrstock (englisch Cane) ist ein dünner, elastischer Stock, traditionell aus Rattan, heute auch aus Kunststoff oder Acryl. Er erzeugt einen scharfen, stechenden Schmerz und hinterlässt schnell deutliche Striemen. Der Rohrstock gilt als eines der intensivsten Schlaginstrumente und verlangt Treffsicherheit und Zurückhaltung. Geeignet ist vor allem das Gesäß; Knochen, Gelenke und der Nierenbereich sind tabu.

Verwandt: Impact Play, Gerte, Spanking, Disziplin

Rollenspiel

Praktiken & Techniken

engl. Roleplay, Role Play · auch: Rollenspiele, Szenario, Fantasie

Rollenspiele (Roleplay) sind abgesprochene Szenarien, in denen die Beteiligten Figuren verkörpern – etwa Lehrerin und Schüler, Chefin und Angestellter, Entführer und Gefangene. Im BDSM geben sie dem Machtgefälle eine Geschichte. Vorher wird geklärt, welches Szenario gespielt wird, welche Grenzen gelten und wie man aus der Rolle aussteigt. Ein Safeword gilt auch dann, wenn die Rolle eigentlich Widerstand vorsieht.

Verwandt: CNC, Petplay, Primal, OTK, Safeword

Rope Bunny

Rollen & Identitäten

auch: Rope Bottom, Gefesselte, Gefesselter

Rope Bunny (auch Rope Bottom) heißt die Person, die sich bei Seil-Bondage fesseln lässt. Viele genießen das Gefühl des Gehaltenwerdens, die Ästhetik der Fesselung oder einen ruhigen, fast meditativen Zustand. Ein Rope Bunny sollte Taubheit, Kribbeln, Kälte oder Schwäche in Händen und Füßen sofort melden, weil das auf Druck auf Nerven oder Blutgefäße hindeuten kann.

Verwandt: Rigger, Shibari, Bottom, Bondage

S

Sadist

Rollen & Identitäten

auch: Sadistin, Sadismus

Ein Sadist empfindet im BDSM-Kontext Lust oder Befriedigung daran, einer einverstandenen Person Schmerz zuzufügen oder sie in Bedrängnis zu bringen. Das Wort geht auf den französischen Schriftsteller Marquis de Sade zurück. Einvernehmlicher Sadismus unterscheidet sich grundlegend von Gewalt: Er richtet sich nur an Menschen, die genau das wollen, und orientiert sich an deren Grenzen und Rückmeldungen. Gegenstück ist der Masochist.

Verwandt: Masochist, Sadomasochismus, Impact Play, Dom

Sadomasochismus

Praktiken & Techniken

Abk. SM, S/M · engl. Sadomasochism · auch: Sadomaso, Sado-Maso, Sadismus und Masochismus

Sadomasochismus (kurz SM oder Sadomaso) bezeichnet die Lust am einvernehmlichen Zufügen (Sadismus) oder Empfangen (Masochismus) von Schmerz, Kontrolle oder Demütigung. Die Begriffe gehen auf den Marquis de Sade und Leopold von Sacher-Masoch zurück und wurden im 19. Jahrhundert von dem Psychiater Richard von Krafft-Ebing geprägt. Heute steht SM für das S und M in BDSM. Einvernehmlicher Sadomasochismus gilt in der WHO-Klassifikation ICD-11 nicht als Störung.

Mehr dazu: Sadomasochismus

Verwandt: Sadist, Masochist, Impact Play, SSC

Safeword

Sicherheit & Kommunikation

auch: Stoppwort, Codewort, Sicherheitswort

Ein Safeword ist ein vorher vereinbartes Wort, mit dem eine Szene sofort gestoppt wird – unabhängig davon, was im Rollenspiel gesagt wird. Gewählt wird ein Begriff, der im Spiel sonst nicht vorkommt; verbreitet ist das Ampelsystem mit Rot, Gelb und Grün. Ein Safeword ersetzt keine laufende Kommunikation, und es darf nie Nachteile haben, es zu benutzen.

Ausführlich: Was bedeutet Safeword?

Verwandt: Ampelsystem, Nonverbales Stoppsignal, Consent, Check-in, CNC

Sensory Deprivation

Praktiken & Techniken

auch: Reizentzug, Sinnesentzug

Sensory Deprivation (Reizentzug) bedeutet, einzelne Sinne gezielt auszuschalten – meist mit Augenbinde, Gehörschutz oder Kopfhörern. Das kann Spannung und Erwartung steigern, aber auch stark verunsichern. Weil die Person weniger mitbekommt, braucht es ein Stoppsignal, das ohne Sehen und Hören funktioniert, etwa ein vereinbartes Handzeichen. Nase und Mund dürfen dabei nie abgedeckt werden.

Kaufberatung: BDSM-Augenbinden

Verwandt: Sensory Play, Augenbinde, Nonverbales Stoppsignal, Mumifizierung

Sensory Play

Praktiken & Techniken

auch: Sinnesspiele, Reizspiele, Temperaturspiele

Sensory Play (Sinnesspiele) arbeitet mit gezielten Reizen für Haut und Sinne: Federn, Eiswürfel, warme Hände, raue oder weiche Stoffe, ein Wartenberg-Rad. Oft wird der Sehsinn mit einer Augenbinde ausgeschaltet, damit die übrigen Eindrücke intensiver wirken. Sinnesspiele eignen sich gut zum Einstieg, weil sie sich fein dosieren lassen und weder Kraft noch Schmerz voraussetzen.

Verwandt: Sensory Deprivation, Augenbinde, Wartenberg-Rad, Wachsspiele, Kitzelspiele

Service Submission

Dynamiken & Beziehungen

engl. Service Submissive, Service Sub · auch: Service-Sub, Dienen, dienende Rolle

Service Submission bedeutet, dass sich eine devote Person vor allem durch Dienste ausdrückt: kochen, putzen, massieren, organisieren, bedienen. Für Service-Subs ist es erfüllend, nützlich zu sein und Wünsche zu erfüllen, oft ohne dass Schmerz oder Sexualität eine Rolle spielen. Die dominante Seite gibt Anleitung und Anerkennung. Damit daraus keine einseitige Ausnutzung wird, braucht es auch hier Grenzen und Erholungszeiten.

Verwandt: Sub, D/s, Protokoll, Fußfetisch

Session

Szene & Community

auch: Szene, Spiel, Sitzung

Session nennt man eine abgegrenzte BDSM-Begegnung – vom vereinbarten Beginn bis zum Ende und der anschließenden Aftercare. Gleichbedeutend werden auch „Szene“ oder „Spiel“ verwendet. Eine Session kann wenige Minuten oder mehrere Stunden dauern und privat oder bei einer professionellen Domina stattfinden. Ablauf, Grenzen und Safeword werden vorher abgesprochen; danach lohnt sich eine kurze Nachbesprechung.

Verwandt: Aftercare, Vorgespräch, Nachbesprechung, Play Party

Shibari

Praktiken & Techniken

auch: Fesselkunst, japanisches Bondage, japanische Seilkunst

Shibari ist eine aus Japan stammende Form der Seil-Bondage, bei der Seile aus Natur- oder Kunstfaser in kunstvollen Mustern um den Körper gelegt werden. Neben der Fixierung spielen Ästhetik, Rhythmus und die Verbindung zwischen Rigger und Rope Bunny eine große Rolle. Im Westen wird Shibari oft gleichbedeutend mit Kinbaku verwendet. Hängende Fesselungen gelten als besonders anspruchsvoll und gehören nur in ausgebildete Hände.

Sicherheitshinweis: Kein Seil um den Hals, regelmäßig Gefühl und Durchblutung prüfen, Sicherheitsschere bereithalten. Hängebondage nur nach praktischer Ausbildung.

Ausführlich: Was bedeutet Shibari?

Verwandt: Kinbaku, Rigger, Rope Bunny, Bondage-Seil, Suspension, Bondage

Sicherheitsschere

Zubehör & Materialien

engl. Safety Shears, EMT Shears · auch: Rettungsschere, Bondageschere, Verbandschere

Eine Sicherheitsschere (Bondage- oder Rettungsschere) hat eine abgerundete Spitze und eine abgewinkelte Klinge, mit der sich Seile, Tape oder Kleidung schnell aufschneiden lassen, ohne die Haut zu verletzen. Sie gehört bei jeder Fesselung griffbereit in die Nähe – nicht in eine Schublade am anderen Ende des Raums. Im Notfall geht schnelle Befreiung immer vor dem Erhalt teurer Seile.

Verwandt: Bondage, Bondage-Seil, Bondage-Tape, Mumifizierung, Rigger

Silikon

Zubehör & Materialien

engl. Silicone · auch: medizinisches Silikon, Silikontoys

Silikon ist ein hautfreundliches, porenarmes Material, aus dem viele Knebel, Paddles, Klemmenspitzen und andere Toys bestehen. Hochwertiges Silikon ist geruchsarm, hitzebeständig und lässt sich gut reinigen – teils sogar abkochen, wenn der Hersteller das erlaubt. Silikon-Toys sollten nicht mit silikonbasiertem Gleitgel kombiniert werden, weil das die Oberfläche angreifen kann.

Verwandt: Latex, Leder, Knebel

Sklave / Sklavin

Rollen & Identitäten

engl. Slave · auch: Sklavin, Sklave, Leibeigene

Sklave bzw. Sklavin bezeichnet im BDSM eine Person, die sich in einer Master/slave-Dynamik besonders weitgehend unterordnet – oft mit festen Regeln, Ritualen und Aufgaben, die über einzelne Sessions hinausgehen. Die Bezeichnung ist ein bewusst gewähltes Rollenbild unter Erwachsenen und hat mit realer Unfreiheit nichts zu tun: Auch eine Sklavin kann jederzeit Nein sagen und die Dynamik beenden.

Mehr dazu: Sklavin

Verwandt: M/s, Master, Sub, TPE, Protokoll

SM-Stammtisch

Szene & Community

auch: BDSM-Stammtisch, Stammtisch, SM-Treffen

Ein SM-Stammtisch ist ein regelmäßiges Treffen von Menschen mit Interesse an BDSM, meist monatlich in einer Gaststätte – das deutsche Gegenstück zum englischen Munch. Man kommt in Alltagskleidung, unterhält sich, tauscht Erfahrungen aus und lernt Gleichgesinnte kennen. Viele Stammtische haben eigene Regeln zur Diskretion, etwa dass Namen und Gesichter nicht nach außen getragen werden; einige richten sich gezielt an Einsteiger.

Verwandt: Munch, BDSM-Szene, Play Party

SM-Studio

Szene & Community

auch: Dominastudio, Domina-Studio, Bizarrstudio

Ein SM-Studio ist eine Einrichtung, in der professionelle Dominas, Doms oder Bizarrladys BDSM-Sessions gegen Bezahlung anbieten. Studios verfügen meist über mehrere ausgestattete Räume, etwa einen Dungeon, einen Bondageraum oder ein Klinikzimmer. Vor einer Session werden Wünsche, Tabus, Dauer und Honorar besprochen; seriöse Studios nehmen Grenzen und Safewords ebenso ernst wie private Spielpartner.

Verwandt: Domina, Dungeon, Session, Andreaskreuz

Soft Limit

Sicherheit & Kommunikation

auch: weiche Grenze, Grauzone

Ein Soft Limit ist eine weiche Grenze: etwas, das jemand nicht grundsätzlich ausschließt, aber nur unter Vorbehalt, langsam oder mit besonderen Absprachen erleben möchte – etwa nur mit einer vertrauten Person oder nur in milder Form. Soft Limits sind keine Einladung, Druck auszuüben. Ob und wann eine weiche Grenze erweitert wird, entscheidet allein die betroffene Person.

Verwandt: Hard Limit, Vorgespräch, Consent

Spanking

Praktiken & Techniken

auch: Popoklatschen, Hintern versohlen, Schläge auf den Po

Spanking bezeichnet Schläge auf das Gesäß, mit der flachen Hand oder mit Hilfsmitteln wie Paddle, Gerte oder Rohrstock. Je nach Absprache wird es verspielt, erotisch oder als Teil eines Strafrituals erlebt. Das Gesäß eignet sich, weil es gut gepolstert ist; Nieren, Steißbein und Wirbelsäule sind dagegen tabu. Spanking ist eine der bekanntesten Formen von Impact Play und für viele ein Einstieg in BDSM.

Mehr dazu: Spanking

Verwandt: Impact Play, OTK, Paddle, Rohrstock, Disziplin

Spreizstange

Zubehör & Materialien

engl. Spreader Bar · auch: Spreizer, Spreizstab

Eine Spreizstange ist eine Stange mit Befestigungspunkten an beiden Enden, an denen Hand- oder Fußgelenke über Manschetten fixiert werden. Sie hält Arme oder Beine in festem Abstand und schränkt so die Bewegungsfreiheit ein. Viele Modelle sind in der Länge verstellbar. Wie bei jeder Fixierung sollte die Position auf Dauer erträglich bleiben und sich schnell lösen lassen.

Verwandt: Manschetten, Karabiner, Bondage

SSC

Sicherheit & Kommunikation

auch: Safe Sane Consensual, sicher, vernünftig, einvernehmlich, Sicher, gesund, einvernehmlich

SSC steht für „Safe, Sane, Consensual“ – sicher, bei klarem Verstand und einvernehmlich. Das Motto entstand in den 1980er-Jahren in der US-amerikanischen Szene und ist bis heute eines der bekanntesten Leitbilder für BDSM. Es fasst zusammen, was einvernehmliches BDSM von Übergriffen unterscheidet. Kritisiert wird vor allem das Wort „safe“, denn keine Praxis ist völlig risikofrei – daraus entstand die Alternative RACK.

Ausführlich: Was bedeutet SSC?

Verwandt: RACK, PRICK, Consent, Safeword

Sub

Rollen & Identitäten

engl. Submissive · auch: Devoter, Devote

Sub (kurz für englisch „submissive“, unterwürfig) ist die Person, die in einer BDSM-Situation Kontrolle abgibt und sich führen lässt. Das ist eine aktive Entscheidung: Ein Sub legt vorher mit fest, was erlaubt ist, behält das Recht auf ein Stopp und trägt mit ehrlichen Rückmeldungen viel zur Sicherheit bei. „Sub“ beschreibt eine Rolle, keinen Charakterzug – viele Subs sind im Alltag selbstbewusst und entscheidungsfreudig.

Ausführlich: Was bedeutet Sub?

Verwandt: Dom, Submission, Bottom, Switch, Brat, D/s

Subdrop

Sicherheit & Kommunikation

auch: Sub Drop, Drop, Absturz

Subdrop ist ein Stimmungstief, das nach einer intensiven Szene auftreten kann – direkt danach oder erst Stunden bis Tage später. Typisch sind Erschöpfung, Traurigkeit, Gereiztheit, Verunsicherung oder ein Gefühl von Leere. Häufig wird das mit dem Abklingen der körperlichen Anspannung erklärt; wissenschaftlich untersucht ist es kaum. Aftercare, Ruhe und eine Nachfrage am nächsten Tag können helfen. Dominante erleben Ähnliches als Domdrop.

Ausführlich: Was bedeutet Subdrop?

Verwandt: Domdrop, Aftercare, Subspace, Nachbesprechung

Submission

Dynamiken & Beziehungen

auch: Unterwerfung, Hingabe, Unterwürfigkeit

Submission (Unterwerfung, Hingabe) bedeutet, in einem vereinbarten Rahmen Kontrolle abzugeben und sich führen zu lassen. Für viele liegt darin Entspannung, Vertrauen oder ein Gefühl von Freiheit, weil sie Verantwortung zeitweise abgeben können. Submission ist freiwillig und jederzeit widerrufbar; wer sich unterwirft, bestimmt den Rahmen von Anfang an mit. Die Adjektive dazu sind devot und submissiv.

Verwandt: Dominanz, Sub, D/s, Power Exchange, Switch

Subspace

Sicherheit & Kommunikation

auch: Sub Space, Trance, Rausch

Subspace beschreibt einen veränderten Bewusstseinszustand, den manche devote Personen in intensiven Szenen erleben: Sie fühlen sich entrückt, schwebend, wie in Watte oder tief entspannt. Häufig wird das mit körpereigenen Botenstoffen wie Endorphinen und Adrenalin erklärt; gesichert ist das nur in Teilen. Im Subspace können Schmerzempfinden und Urteilsvermögen eingeschränkt sein – die führende Person trägt dann besondere Verantwortung.

Ausführlich: Was bedeutet Subspace?

Verwandt: Subdrop, Aftercare, Topspace, Impact Play

Suspension

Praktiken & Techniken

auch: Hängebondage, Hängefesselung, Aufhängung

Suspension (Hängebondage) bedeutet, dass eine gefesselte Person ganz oder teilweise vom Boden gehoben wird, meist mit Seilen an einem tragfähigen Aufhängepunkt. Sie gilt als eine der anspruchsvollsten Formen von Bondage: Nervenschäden, Kreislaufprobleme und Stürze sind reale Risiken. Suspension gehört nur in die Hände von Menschen mit praktischer Ausbildung, geprüftem Material und einem Plan für schnelles, kontrolliertes Ablassen.

Sicherheitshinweis: Hängebondage nie ohne praktische Ausbildung, tragfähigen Aufhängepunkt und Sicherheitsschere. Nervenschäden können bleibend sein.

Verwandt: Shibari, Rigger, Bondage, Predicament Bondage, Karabiner

Switch

Rollen & Identitäten

auch: Wechsler, dominant und devot

Als Switch bezeichnen sich Menschen, die sowohl die führende als auch die folgende Rolle mögen – je nach Partner, Stimmung oder Situation. Manche wechseln zwischen verschiedenen Begegnungen, andere innerhalb einer Session, wieder andere sind bei einem Menschen eher dominant und bei einem anderen eher devot. Switch ist keine Übergangsphase und kein Zeichen von Unentschlossenheit, sondern eine eigenständige Vorliebe.

Ausführlich: Was bedeutet Switch?

Verwandt: Dom, Sub, Top, Bottom, D/s

T

Tease and Denial

Praktiken & Techniken

Abk. T&D · auch: Orgasmuskontrolle, Orgasmusverweigerung, Edging

Tease and Denial heißt sinngemäß „Reizen und Verweigern“: Eine Person wird erregt, darf aber erst zum Höhepunkt kommen, wenn die andere es erlaubt – oder gar nicht. Es geht um Kontrolle über Lust und Erwartung, oft über Stunden oder Tage. Verwandt sind Orgasmuskontrolle und Edging. Wie lange und wie streng gespielt wird, sollte klar besprochen sein, ebenso ein Signal, um das Spiel zu beenden.

Verwandt: Keuschhaltung, Keyholder, D/s

Top

Rollen & Identitäten

auch: aktiver Part, aktive Rolle

Top bezeichnet die Person, die in einer Szene aktiv handelt – also etwa fesselt, schlägt oder Reize setzt. Der Begriff beschreibt die Handlung, nicht unbedingt die Machtverteilung: Ein Top kann dominant sein, aber auch auf ausdrücklichen Wunsch des Gegenübers handeln, ohne die Führung zu übernehmen. Umgangssprachlich werden Top und Dom oft gleichgesetzt; genauer ist die Unterscheidung zwischen Handlung (Top/Bottom) und Machtgefälle (Dom/Sub).

Verwandt: Bottom, Dom, Switch, Rigger

Topspace

Sicherheit & Kommunikation

auch: Domspace, Dom Space, Top Space

Topspace (auch Domspace) nennt man einen fokussierten, manchmal rauschhaften Zustand der aktiven Person während einer Szene: hohe Konzentration, Energie und das Gefühl, ganz im Moment zu sein. So angenehm das ist – wer im Topspace ist, kann Signale des Gegenübers leichter übersehen oder die eigene Erschöpfung unterschätzen. Bewusste Pausen und Check-ins helfen, aufmerksam zu bleiben.

Verwandt: Subspace, Check-in, Domdrop

TPE

Dynamiken & Beziehungen

auch: Total Power Exchange, totaler Machtaustausch, vollständige Machtübergabe

TPE steht für „Total Power Exchange“, den vollständigen Machtaustausch: eine Beziehungsform, in der eine Person der anderen weitreichende Entscheidungen auch im Alltag überträgt – häufig rund um die Uhr (24/7). In der Praxis ist auch TPE nie wirklich „total“: Gesundheit, Sicherheit und grundlegende Rechte bleiben in der Verantwortung jedes Einzelnen, und die Vereinbarung kann jederzeit beendet werden.

Mehr dazu: BDSM-Spielarten im Detail: CBT, CNC, TPE und Soft BDSM

Verwandt: 24/7, M/s, D/s, Power Exchange

Training

Dynamiken & Beziehungen

auch: Erziehung, Ausbildung, Sklavenerziehung

Training oder Erziehung meint im BDSM, dass eine devote Person schrittweise an Regeln, Abläufe oder Vorlieben der dominanten Person herangeführt wird – etwa an Haltungen, Anreden, Aufgaben oder bestimmte Reize. Die Wortwahl ist bewusst spielerisch-autoritär; tatsächlich lernen beide Seiten voneinander. Wer Erziehung als Rollenspiel betreibt, klärt vorher, welche Methoden gewünscht sind und welche nicht.

Verwandt: Protokoll, Disziplin, D/s, Petplay

U

Uniformfetisch

Fetische & Interessen

engl. Uniform Fetish · auch: Uniformen, Uniform, Uniformrollenspiel

Ein Uniformfetisch richtet sich auf Uniformen und die damit verbundenen Rollen – etwa Polizei, Militär, Pflege oder Flugbegleitung. Reiz sind oft Autorität, Ordnung und das klare Rollenbild, das eine Uniform transportiert; deshalb sind Uniformen in Rollenspielen mit Machtgefälle beliebt. Echte Dienstuniformen oder Amtsabzeichen unbefugt in der Öffentlichkeit zu tragen, kann allerdings strafbar sein.

Verwandt: Rollenspiel, Fetisch, D/s

V

Vanilla

Szene & Community

auch: Blümchensex, Vanilla-Sex, nicht kinky

Vanilla (englisch für Vanille) bezeichnet in der BDSM- und Kinkszene Sexualität und Beziehungen ohne Kink – also ohne Machtgefälle, Fesseln oder Schmerzreize. Der Begriff spielt auf die Eissorte an, die als Standardgeschmack gilt. Meist ist er beschreibend gemeint, kann aber herablassend klingen. Viele Menschen leben beides: eine vanillige Beziehung und kinky Vorlieben, oder abwechselnd Vanilla- und BDSM-Begegnungen.

Ausführlich: Was bedeutet Vanilla?

Verwandt: Kink, BDSM, Kinkster, Munch

Vorgespräch

Sicherheit & Kommunikation

engl. Negotiation · auch: Absprache, Verhandlung, Vorbesprechung

Das Vorgespräch (englisch Negotiation) ist die Absprache vor einer Session oder Beziehung: Was wünschen sich die Beteiligten, was ist ausgeschlossen, welches Safeword gilt, gibt es gesundheitliche Einschränkungen, was wird danach gebraucht? Ein gutes Vorgespräch ist ehrlich, ohne Zeitdruck und ohne Rechtfertigungszwang für Grenzen. Bei neuen Spielpartnern ist es unverzichtbar, bei vertrauten hilft es, Veränderungen zu besprechen.

Mehr dazu: Sicherheitsratgeber zum Thema BDSM

Verwandt: Consent, Hard Limit, Soft Limit, Safeword, Nachbesprechung

W

Wachsspiele

Praktiken & Techniken

engl. Wax Play · auch: Wachs, Kerzenwachs, heißes Wachs

Bei Wachsspielen (Wax Play) wird warmes Kerzenwachs auf die Haut getropft. Der kurze Hitzereiz wird je nach Fallhöhe, Wachssorte und Körperstelle als prickelnd bis intensiv erlebt. Verwendet werden spezielle Kerzen mit niedrigem Schmelzpunkt; gewöhnliche Haushalts-, Stearin- oder Bienenwachskerzen können deutlich heißer werden und Verbrennungen verursachen. Gesicht, Schleimhäute und gereizte Haut bleiben ausgespart.

Sicherheitshinweis: Nur Kerzen mit niedriger Schmelztemperatur verwenden, Wachs zuerst an der eigenen Hand testen, Feuerquelle nie unbeaufsichtigt lassen.

Ausführlich: Was bedeutet Wachsspiele?

Verwandt: Sensory Play, Edge Play, Aftercare

Wartenberg-Rad

Zubehör & Materialien

engl. Wartenberg Wheel, Pinwheel · auch: Nadelrad, Wartenbergrad, Reizrad

Das Wartenberg-Rad ist ein kleines Metallrädchen mit feinen Spitzen, ursprünglich ein Instrument aus der Neurologie zur Prüfung der Hautempfindlichkeit. Im BDSM wird es über die Haut gerollt und erzeugt je nach Druck ein kribbelndes bis stechendes Gefühl. Es gehört zum Sensory Play und wird oft mit einer Augenbinde kombiniert. Weil die Spitzen die Haut verletzen können, wird es nur mit leichtem Druck und gereinigt verwendet.

Verwandt: Sensory Play, Augenbinde

Y

YKINMK

Fetische & Interessen

Abk. YKINMKBYKIOK · auch: Your Kink Is Not My Kink, dein Kink ist nicht mein Kink

YKINMK steht für „Your Kink Is Not My Kink“ – dein Kink ist nicht mein Kink. Die Formel drückt aus, dass man eine Vorliebe für sich selbst ablehnt, ohne andere dafür abzuwerten. Die längere Variante YKINMKBYKIOK ergänzt „but your kink is OK“. Sie steht für eine Grundhaltung vieler Communities: Unterschiedliche Vorlieben werden respektiert, solange alles einvernehmlich ist.

Verwandt: Kink, Fetisch, Vanilla

0–9

24/7

Dynamiken & Beziehungen

Abk. 247 · auch: rund um die Uhr, Lifestyle, Alltags-D/s

24/7 („rund um die Uhr“) beschreibt eine D/s- oder M/s-Beziehung, in der das Machtgefälle nicht auf einzelne Sessions beschränkt ist, sondern auch den Alltag prägt – etwa durch Regeln, Rituale oder Aufgaben. Wie viel davon tatsächlich gelebt wird, ist sehr unterschiedlich, weil Beruf, Familie und Gesundheit Grenzen setzen. Viele 24/7-Paare vereinbaren Auszeiten und regelmäßige Gespräche, um die Dynamik zu überprüfen.

Verwandt: TPE, D/s, M/s, Protokoll

Ausführlich erklärt

Zu diesen Begriffen gibt es eine eigene Seite mit Hintergründen, Beispielen, Abgrenzungen und Hinweisen zu Sicherheit und Kommunikation.

Weiterführende Ratgeber

Interaktive BDSM-Tools

  • BDSM-Test

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  • Kompatibilitätstest

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